Elly-Heuss-Knapp Schule - Berufskolleg der Stadt Düsseldorf


Fahrt der FSEM3 nach Bonn ins Förderzentrum E.J. Kiphard

Wir sind nach Bonn gefahren, um das Konzept der Psychomotorik hautnah zu erleben. In der Bundesrepublik prägte Ernst J. Kiphard seit Mitte der 1950er-Jahre die Psychomotorik. Er setzte Sport und Bewegung in der Therapie behinderter, verhaltensauffälliger und entwicklungsgestörter Kinder ein, weil er feststellte, dass das körperliche Erleben einen guten Zugang zum Psychischen eröffnete – deshalb die Bezeichnung „psychomotorisch“. „Das Bewegungsverhalten eines Kindes gibt uns Aufschluss über seine psychische Befindlichkeit, über Prozesse, die es u.U. nicht sprachlich kann oder will, die aber zum Verständnis der beim Kind sichtbaren Probleme von wesentlicher Bedeutung sind.“

Psychomotorische Erziehung geht davon aus, dass erst durch vielseitige Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen die Grundlage für eine harmonische Persönlichkeitsentwicklung geschaffen wird. Der Gründer des französischen Zweigs der Psychomotorik ist hingegen Bernhard Aucouturier.

In den Räumen eines ehemaligen Schwimmbades entstand eine nach psychomotorischen Gesichtspunkten gestaltete Bewegungs- und Wahrnehmungslandschaft. Sie erlaubt eine intensivere und spezifischere Betreuung entwicklungsauffälliger oder behinderter Kinder, als es in den sonst genutzten Turnhallen der Fall ist.

Durch die Ausstattung sind insbesondere Möglichkeiten der vestibulären (Gleichgewichtssinn) Stimulation und der sensorischen Integration geschaffen worden. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung der taktil-kinästhetischen Wahrnehmung und die Förderung der allgemeinen Körperkoordination. Kinder machen hier positive Spiel- und Bewegungserfahrungen und erhalten Raum für selbsttätiges Tun.

Im Förderzentrum stehen Geräte wie das Trampolin, das Airtramp, das Wasserresonanzbett, Seile, Sprossenleitern, Kletterwände, Rutschen, eine Schwingbank, Hängematten, Kleingeräte wie Therapiekreisel, Rollbretter und Rollbrettbahnen, Varussells u.v.a.m. zur Verfügung. Ergänzt werden diese Angebote im Großraum durch spezifisch eingerichtete Nebenräume: ein Snoezelraum mit Wasserresonanzbett sowie ein Kletter- und Hangeldschungel.

Nach einer kurzen Einführung der Workshop-Leiterin, sind Pärchen gebildet worden.

Die Führungsperson hat der geführten Person mit verbundenen Augen den Raum taktil näher gebracht. Dabei wurden folgende Kompetenzen gestärkt: Das gegenseitige Vertrauen, die motorischen Fähigkeiten sowie die restlichen Sinne.

Nach der Führung fand eine Abschlussrunde statt, in der alle Beteiligten ihre individuellen Eindrücke und Erfahrungen einbringen konnten.

Text Cezaryna Chreptowicz, Linda Suli, Stephan Warnecke, Kimberly Heidemann, Barbara Gonzalez Neldner

 

Veröffentlicht am 06. Juni 2019