Elly-Heuss-Knapp Schule - Berufskolleg der Stadt Düsseldorf


Im März präsentierten unsere Schüler und Schülerinnen der Fachschule für Sozialpädagogik (FSEM) ihre Projektarbeit in unserer Aula. Über mehrere Wochen erstreckte sich die Projektarbeit mit Kindern aus Kindertagesstätten und Grundschulbetreuungen. Die Themen ergaben sich aus besonderen Interessen der Kinder und aus Beobachtungen in der pädagogischen Praxis.

Die Projekte entwickelten sich dann mit den Kindern zusammen, berichten die Schüler und Schülerinnen am Ausstellungstag. Das was passiert und wie das Thema erarbeitet wird, wird von den Kindern selbst entwickelt und mitbestimmt, erklärten die Schüler/innen der Erzieher Mittelstufe und verstehen sich dabei als Lernbegleiter. Das sei der Grundgedanke von einer guten Projektarbeit.

Drei Schülerinnen und ein Schüler stellen ihr Projekt für uns genauer vor und geben Einblick in ihre Projektarbeit. Vielen Dank für euer Engagement.

 

Projekt: "Spinnen! Was krabbelt denn da?" von Alexandra Claaßen/ FSEM2

Ich habe mit sechs Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren ein Projekt zum Thema Spinnen durchgeführt, welches den Projektnamen "Was krabbelt denn da?" trägt. Mit diesem Projekt über Spinnen wollte ich die Faszination der Kinder für diese Kleinstlebewesen aufgreifen und ihr Wissen über sie erweitern. Gleichzeitig sollte es über den Lebensraum von Spinnen aufklären, den es zu schätzen gilt. Auch die Wichtigkeit von Spinnen, gerade für das ökologische Gleichgewicht, wollte ich aufgreifen und thematisieren. Die Kinder konnten durch dieses Projekt lernen, der Natur mit Respekt zu begegnen. Darüber hinaus konnte ich den Kindern die Möglichkeit bieten, interessante Entdeckungen machen zu können. Insgesamt ist das Thema Spinnen so vielfältig, dass ein breites Spektrum an Themen möglich war. Des Weiteren ermöglichte dieses Projekt ebenfalls vorhandene Ängste, Ekel oder Vorurteile gegenüber Spinnen abbauen zu können und die grundlegende Einstellung diesen Tieren gegenüber zu verändern. In insgesamt acht Einheiten konnte ich mit Unterstützung der Stofftierspinne Lilo, den Kindern die Thematik beispielsweise in Kreativangeboten, Gesprächskreisen, Bewegungsangeboten und Bilderbuchbetrachtungen näherbringen und diese mit ihnen gemeinsam erarbeiten. Alle Kinder konnten sich aktiv einbringen und das Projekt zu ihrem ganz eigenen machen. Ein wichtiger Aspekt in dem gesamten Projekt war die Partizipation. Ich habe gezielt darauf geachtet, die Kinder umfassend in ihren Wahrnehmungen, Antrieben, Interessen wahrzunehmen und auf ihre Fragen, Anregungen und Wünsche einzugehen. Mir war es wichtig, den Dialog der Kinder untereinander und mit mir zu ermöglichen, um gemeinsam nach Lösungen und Antworten für aufkommende Fragen rund um das Thema Spinnen suchen zu können. Das Projekt haben wir mit einer Spinnensuche im Keller der Einrichtung und dem Erstellen einer großen Abschluss-Collage beendet.

 

Projekt: "Höhlen, Tunnel und Verstecke“ Höhlenforscher bei der Arbeit von Holger Wirbals/ FSEM1

Was als Projekt im Bereich Bauen und Konstruieren startete, wurde schnell zu einem Projekt, in dem die Kompetenzen der Vorschulkinder im sozialen Bereich gestärkt und erweitert wurden. Nach der ersten Projekteinheit, in der die Kinder aus Kartons, Stühlen, Tischen und Decken eine Höhle bauen sollten war mir schnell klar, dass ich den Fokus des Projektes auf Teamarbeit und auf das Prinzip des "Führen und Folgen" legen muss. Die Kinder hatten Schwierigkeiten sich zu einigen, wer das Sagen hat und wie eine gute Höhle aussehen soll. In den folgenden Einheiten wurde jeweils ein Höhlenforscher-Chef gewählt, der das alleinige Sagen hatte. Ausgestattet mit einem Helm (als eine Art Uniform - eine sichtbare Markierung für die anderen Kinder), konnte dieser Chef dann seine Vorstellung einer Höhle mit Hilfe der anderen Kinder realisieren. Mit der Zeit wurden die Kinder die führten immer sicherer im Umgang mit den anderen Kindern, sie lernten verständliche Anweisungen zu geben, zu planen, alle Kinder mit einzubeziehen und Lob und Kritik zu formulieren und gewinnbringend für das Team einzusetzen. Die Kinder die folgten lernten, ihre eigenen Bedürfnisse nach hinten zu stellen, Anweisungen auszuführen, Lob und Kritik zu empfangen und Taktiken zu entwickeln, wie ihre Vorstellung der Höhle trotzdem durchgesetzt werden kann. Natürlich kam das Thema "Höhlenforscher" nicht zu kurz und es wurden Fledermäuse gebastelt, Geschichten über Höhlenmenschen und Höhlenmalerei gehört und ein Tropfstein gezüchtet. Dieses Projekt war sowohl für die Kinder als auch für mich eine großartige Möglichkeit, uns auf unser weiteres Leben (bei den Kindern das Leben als Grundschüler und bei mir das Arbeitsleben als Erzieher) vorzubereiten und - was am wichtigsten ist - es hat allen sehr viel Spaß gemacht.

 

Projekt: "Wir gehen auf Entdeckungsreise und erkunden neue Ruhe- und Entspannungsinseln" von Hannah Göhler/ FSEM1

Die Idee für mein Projekt ist aufgrund von Beobachtungen der Kinder in meiner Gruppe entstanden. Durch Kündigungen von Erziehern haben sie ihre Bezugspersonen verloren und es gab kaum noch Halt und Sicherheit für die Kinder im Alter von ein bis sechs Jahren. Um es ihnen in dieser Zeit leichter zu machen und die Situation besser zu verkraften, haben wir beschlossen Ruhe- und Entspannungsinseln zu erkunden, auf denen wir Methoden und Werkzeuge kennenlernen, die wir nutzen können, um eben die benötigte Ruhe und Entspannung wieder zu finden. An diesem Projekt haben die Vorschulkinder der KiTa-Gruppe teilgenommen. Da sie bald in die Schule kommen und viel von ihnen erwartet und verlangt wird, war es mir ein Anliegen den Kindern Methoden mit an die Hand zugeben, wie sie sich entspannen können. Jedes Kind hat am Ende des Projektes ein eigenes Projektbuch bekommen, in dem zu jeder Einheit ein Foto und eine Bewertung zu sehen ist. Die Kinder konnten sich nach jeder Einheit reflektieren und fragen, ob sie sich entspannen konnten und wie ihnen die Einheit gefallen hat. Dies wurde mithilfe von drei verschiedenen Smileys gemacht: glücklich, neutral, unzufrieden.

In den ersten Einheiten des Projektes ging es darum, die eigenen Sinne zu schärfen und genau wahrzunehmen. Wenn ich meinen Körper sensibilisiert habe und ihn intensiver als zuvor wahrnehme, dann kann ich auch besser auf meine Bedürfnisse eingehen, in mich "hineinhorchen" und darauf achten, dass es mir gut geht.

Demnach haben wir in den folgenden Einheiten damit begonnen, unsere Sinne zu schärfen. In der ersten Einheit ging es um den Sinn des Fühlens. In der zweiten Einheit haben wir eigene Gegenstände zum Massieren gebastelt, sogenannte "Fühlschläuche". Diese werden mit einem handelsüblichen Schlauchverband und verschiedenen Materialien wie Kastanien, getrocknetem Reis oder Erbsen gefüllt und eignen sich gut zum Massieren.

In der dritten Einheit haben wir uns um unsere Füße gekümmert, in dem wir sie in ein Fußbad getaucht haben, in dem verschiedene Gegenstände schwammen. Unsere Füße sind täglich in Socken und Schuhe eingepackt und wir wussten gar nicht, was unsere Füße alles Tolles machen können! In den Wannen mit dem Fußbad schwammen Gegenstände wir Murmeln oder Schwämme. Die Murmeln konnten wir geschickt mit den Zehen greifen. Das war ungewohnt, hat uns aber auch gefordert und Spaß gemacht. Die Schwämme dagegen haben unsere Füße verwöhnt, denn sie waren so weich und haben an den Füßen gekitzelt.

Damit auch unser Geschmackssinn nicht zu kurz kommt, haben wir dann noch Lebensmittel mit verbundenen Augen "erschmeckt". Dies war eine neue Erfahrung für uns, denn das habe wir noch nie zuvor gemacht.

Durch diese Einheiten konnten die Kinder ihren Körper auf vielfältige Weise wahrnehmen und dies ist eine Grundvoraussetzung, damit es ihnen gut gehen kann.

In den darauffolgenden Einheiten haben wir einen Ruheraum gestaltet. Dieser ist dafür da uns zurückzuziehen. Wir können die Tür schließen und ganz für uns sein. In diesem Raum haben wir uns kleine Ruhebereiche aus Matten und einem Sitzsack geschaffen. Ich habe Wärmedecken für die Kinder gekauft, die dazu einladen sich hinzulegen und zu entspannen oder sogar einzuschlafen. Wir haben kleine Lichtquellen in Form von Lichterketten und Lampen angebracht und einen "Himmel" aus Stoff an die Decke gehängt. Auch Duftflaschen haben wir noch gebastelt. Hierzu konnte jedes Kind aus fünf verschiedenen Düften wählen und sich für seinen Lieblingsduft entscheiden. Dieser wurde auf ein Stückchen Watte geträufelt und kam dann in eine Flasche. Diese wurde von uns individuell gestaltet. Die Flaschen können wir öffnen, um dem Raum einen angenehmen Duft zu verleihen oder wir riechen einfach daran, wenn wir das Bedürfnis dazu haben.

Als Highlight haben wir ein "Glitzermobile" gebastelt, das wir stolz an die Decke gehangen haben. Es ist mit Spiegelfolie beklebt, die das Licht der Lampen reflektiert. Die Reflektionen sieht man an der Decke und den Wänden und das schafft eine unheimlich angenehme Atmosphäre. In diesem herrlich einladenden Raum haben wir dann, als eine weitere Einheit, eine Traumreise erleben dürfen. Uns wurde eine Geschichte vorgelesen, bei der wir die Augen schließen konnten und uns unsere Phantasie mit auf eine Reise genommen hat. Unsere Gedanken und die Dinge, die wir vor unserem geistigen Auge gesehen haben, konnten wir im Anschluss an die Geschichte noch aufmalen. Dabei sind wunderschöne, individuelle Bilder entstanden.

Nach Ende des Projektes dürfen nun alle Kinder der Gruppe den Raum nutzen und der Bedarf ist da. Die Kinder haben hierin auch schon eine Höhle gebaut. Das spielgelt das Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit wieder. Im Vergleich zum Beginn des Projektes wirken die Kinder auf mich mittlerweile entspannter und ruhiger. Somit war das Projekt ein voller Erfolg und die Kinder haben mit Spaß und Enthusiasmus daran teilgenommen.

 

Projekt: "Es (f)liegt was in der Luft - Die Entwicklung des Fliegens" von Lara Barofke/ FSEM1

Unser Projekt über die Entwicklung des Fliegens ist auf Grund von Beobachtungen entstanden. Zahlreiche Kinder meiner Gruppe haben vor Beginn unseres Projekts unzählige Papierflieger gebastelt und sich sehr für das Spielen damit begeistert. Daraus ist dann die Idee eines "Flugprojekts" entstanden, wie die Kinder es immer genannt haben. Bevor es allerdings losgehen konnte, musste sich erst eine kleine Projektgruppe, bestehend aus acht Kindern, finden. Anfang unseres Projekts und auch immer wiederkehrendes Ritual war, das Lesen des Bilderbuchs "LINDBERGH - Die Geschichte einer Fliegenden Maus" von Torben Kuhlmann. Hier konnten wir immer viel entdecken und uns in unserer Gruppe darüber austauschen. Um sich dann aber noch intensiver und auch abwechslungsreicher mit dem Thema Fliegen zu beschäftigen, haben wir zunächst Ideen gesammelt und diese auf einem Plakat festgehalten. Ab dann waren wir auch schon mitten im Projekt. Wir waren alle hoch motiviert und haben uns mit vielen verschiedenen Sachen beschäftigt. Unter Anderem haben wir alte Gegenstände und die Zeit von damals genauer betrachtet. Diese haben wir dann auch in unserer Projektecke ausgestellt. So konnten nicht nur wir Projektkinder am Projekt teilhaben, sondern auch unsere Freunde und Eltern. Immer wieder kamen uns Besucherkinder in unseren Projekttreffen besuchen. Hier haben wir dann unter Anderem verschiedene Papierflieger gefaltet und ausprobiert, aber auch Experimente zum Fliegen entdeckt. Der Spaß stand bei jedem Treffen immer an oberster Stelle. Wir Kinder durften die neuen Themen immer wieder mit aussuchen und so ein Teil unseres Projekts werden. Ganz besonders viel Spaß hatten wir aber dann, als wir unser Hörspiel zum Bilderbuch hören durften. Das war eine tolle Überraschung. Aber noch viel interessanter war schließlich, als uns dann gegen Ende unseres Projekts ein Pilot aus Düsseldorf besucht hat. Er hat uns Bilder und Videos von seinem Beruf gezeigt und wir durften viele Fragen dazu stellen. Zum Abschluss unseres Projekts waren wir dann noch alle zusammen im Theaterstück zu unserem Bilderbuch. Das war ein super Abschluss, von einem Projekt in dem wir nicht nur viel dazu gelernt haben, sondern auch eine andere Sichtweise auf die Zeit von damals entwickelt haben. Wir wissen nämlich jetzt, warum das Fliegen damals so etwas Besonderes war. Weißt du es auch?

Veröffentlicht am 17. April 2018