Elly-Heuss-Knapp Schule - Berufskolleg der Stadt Düsseldorf


Am 14.07.2019 startete für mich das Abenteuer: drei Wochen Arnheim! Dort habe ich zusammen mit meiner Mitschülerin Nyota ein Praktikum im Studio Ryn gemacht.

Dort werden sowohl Aufträge für Designer als auch für das Label „Hullekes“ des Besitzers Sjaak. Nachdem ich mein Zimmer inspiziert hatte, machte ich mir mit meiner Familie einen schönen Tag in der niederländischen Stadt. Da ich abends entdeckte, dass mein Fahrrad einen Platten hatte musste ich am Montagmorgen zu Fuß zum Atelier gehen, um dann um 9 Uhr in meinen ersten Arbeitstag zu starten. Dieser begann, so wie alle Tage, mit einer Besprechung wo darüber gesprochen wurde, was zu tun war und wer diese Aufgaben übernehmen sollte. Dies wurde stets auf Englisch getan, damit wir alles verstehen konnten. Danach traf sich Nyota mit Frau Dirix, einer Lehrerin von der Schule Rijnijssel mit der das Atelier zusammenarbeitet, ein und wir drei versammelten uns zusammen mit Reinder, unserem Ansprechpartner im Studio Ryn, und besprachen Einzelheiten unseres Aufenthalts. Anschließend konnte es auch schon an die Arbeit gehen! Diese sah allerdings noch nicht sehr anspruchsvoll aus. Wir mussten Schlaufen für einen Vorhang nähen und die Enden von Bändern an Tops verstürzen.

Irgendwann hatten wir den Dreh raus und die Arbeit ging uns immer leichter von der Hand, auch wenn sie noch sehr monoton war. Ich hoffte, dies würde sich bald ändern. Am zweiten Tag mussten wir dennoch weiter daran arbeiten. Ich merkte schon deutlich den Unterschied zwischen handwerklichen und industriellen Arbeiten. Es war mehr wie am Fließband und es folgte immer der gleiche Schritt hintereinander. Es war aber sehr interessant einen Einblick zu bekommen. Später am Tag begannen wir mit unserem größeren Projekt: Hosen! Vom Zuschnitt bis zur letzten Naht sollten wir diese bis zur dritten Woche fertigen. Zunächst wurden sie zugeschnitten. Und nicht nur der Schnitt, sondern vor allem die sehr unterschiedlichen Materialien (z.B. Jersey, Rippenstrick, etc.) machten uns zu schaffen. Oft zog sich der Jersey aus und wir mussten sehr aufpassen, dass am Ende nichts ausgezogen war, und alles genau aufeinanderpasste. Aber diese Probleme waren uns beim Zuschnitt noch nicht so bewusst geworden.

Am Mittwoch erhielten wir Besuch von unseren LehrerInnen Frau Kauls, Herrn Fulneczek und Herrn Pötke. Darauf hatten wir uns schon sehr gefreut. Wir verbrachten eine angenehme Zeit miteinander, zeigten ihnen alles, und berichteten von unseren ersten Erlebnissen. Am Samstag machten Nyota und ich uns auf den Weg ins Openluchtmuseum in Arnheim. Wir wollten etwas über niederländische Geschichte und Kultur erfahren. Als wir allerdings ankamen, begann es zu regnen. Wir fanden Unterschlupf in einem Café, wo wir kurz verweilten. Unser Besuch im Museum war danach allerdings beendet, da es nicht mehr aufhörte zu regnen. Trotzdem konnten wir dort einiges entdecken und hatten eine spannende Zeit. Nachdem ich dann am Sonntagmorgen nach Hause gefahren war um mein Fahrrad reparieren zu lassen, konnte ich endlich auf dem Fahrrad in die neue Woche starten!

Sofort habe ich mich mehr zugehörig in der Stadt gefühlt – fast wie ein echter Arnheimer!

Dazu gehörten auch loempia, die wir uns manchmal in der Mittagspause kauften. Ansonsten saßen wir bei schönem Wetter in der Pause draußen und genossen die Sonne, die uns vor allem in der zweiten Woche beglückte. Damit wir nicht zu sehr schwitzten, begannen wir schon um 8 Uhr mit der Arbeit und konnten dann schon um 15 Uhr statt um 16 Uhr gehen. Ich genoss die Sonne, indem ich die Stadt mit dem Rad erkundete oder im Sonsbeek Park mit einem Buch im Schatten saß. Nyota und ich haben auch gelegentlich gemeinsam etwas nach der Arbeit unternommen. Wir waren essen, haben bei Nyotas Gastfamilie gekocht oder waren Freitagabend beim Karaoke in einem Pub.

Am Samstag machten wir uns dann auf den Weg in den Burger’s Zoo. Auch dieser Besuch wurde nicht langweilig, als ich von einer Wespe gestochen wurde. Insgesamt ist der Zoo aber sehr schön und interessant aufgebaut. Wir konnten die Sahara, die Karibik oder den Ozean erkunden.

Den Sonntag verbrachte ich wieder zuhause und ich wappnete mich für meine letzte Woche in Arnheim. Diese hatte es dann auch in sich. Am Montag beendeten wir die Arbeit an den Hosen und kamen zu dem Schluss, dass nicht alles so lief wie es hätte laufen sollen. Trotzdem konnten wir am Dienstag mit einem neuen Projekt starten: Leinenblusen. Wie bei jedem neuen Projekt begannen wir mir mit dem Zuschnitt. Um diesen kümmerten sich Nyota, Demi und ich. Den ganzen Tag verbrachten wir damit,um dann am Ende des Tages zu erfahren, dass Reinder uns den falschen Stoff gegeben hatte. Das ganze Team hat mit ihm mitgefühlt. Ich war sehr beeindruckt von der Positivität der Menschen, denn obwohl alle gestresst und enttäuscht waren verlor keiner von ihnen die Motivation weiterzumachen. Somit mussten wir am nächsten Tag von vorne beginnen. Hinzu kam, dass am Abend davor die Toilette meines Zimmers defekt war und ich den Abend damit verbrachte die Zuständigen zu benachrichtigen. Als ich dann am Mittwochabend in mein Zimmer zurückkehrte, musste ich feststellen, dass das Problem nicht vollständig behoben worden war. Somit musste ich erneut Telefonate führen und schließlich kam ein Arbeiter vorbei und behob mein Problem. Dennoch musste ich am Donnerstag feststellen, dass die Toilette erneut unbenutzbar war und meine Bettwäsche fehlte. Ich konnte ein anderes Zimmer beziehen und entschied meine letzte Nacht bei Nyotas Gastfamilie zu verbringen.

Das alles stresste mich sehr und ich konnte meine letzten Tage nicht so sehr genießen wie ich es hätte tun sollen. Sehr dankbar bin ich für Nyotas Angebot, sodass meine letzten zwei Tage doch noch schön wurden. Nach dem letzten Arbeitstag am Freitag, wo wir an den Blusen nähten, waren Nyota und ich ausgiebig essen und haben mit einem Gläschen Wein auf die schöne Zeit angestoßen.

An meinem letzten Tag erkundeten wir das Modekwartier in Arnheim. Dieses wird von Einheimischen aber Klarendal genannt, welches der Stadtteil von Arnheim ist. Nach einem gemütlichen Abendessen mit Nyotas Gastfamilie wurde ich dann von meinem Vater abgeholt.

Zusammenfassend hat sich diese Zeit sehr positiv auf mich ausgewirkt. Trotz allen Problemen, die aufkamen, habe ich viel gelernt und spannende Erfahrungen machen können. Nicht nur in meinen Fähigkeiten, sondern auch als Mensch habe ich mich weiterentwickeln können.


Bericht von Nyota Nelson-Jiranek

Meine Erfahrung bei dem fünf-wöchigen Praktikum bei Rynstudio Arnheim war sehr gut. Da sehr viel in industrieller Verarbeitung gearbeitet wurde, konnte ich es gut mit meiner Ausbildung an der Elly-Heuss-Knapp Schule, die vor allem eine handwerkliche Ausbildung zur Maßschneiderin ist, vergleichen.

Ich habe Schnitte von Oberteilen, von Hosen und Kleidern auf Stoffe gelegt, auskopiert und zugeschnitten, jeden Morgen hatten wir ein Team-meeting, um die Verteilung und Weiterarbeit an den verschiedenen Kollektionen zu besprechen. An manchen Tagen habe ich verschiedene Teile zugeschnitten, vollfixiert, Nahtzugaben umgeschlagen und gebügelt. Manschetten genäht und Ärmeln zusammengenäht, usw. Ich hatte eine gute Zusammenarbeit mit dem Teamleiter und den anderen Praktikanten. Ich war auch froh, dass ich in meiner Muttersprache Englisch sprechen konnte und dabei eine bessere Kommunikationssituation hatte.

Was habe ich verbessert?
Meine Konzentration und Ausdauer, um ein Projekt fertigzustellen, konnte ich weiterentwickeln ebenso wie die Details im Blick zu behalten.
Ich werde sehr gerne das Rynstudio in Arnheim weiterempfehlen. Alle Mitarbeiter sind freundlich und aufmerksam und man konnte jederzeit eine Frage stellen.

 

Veröffentlicht am 04. Februar 2020