Elly-Heuss-Knapp Schule - Berufskolleg der Stadt Düsseldorf


Besuch des Nordfriedhofes Düsseldorf mit Führung durch Stefan Süss, Leiter des Nordfriedhofes

Nach der Begrüßung wurde uns der Friedhof anhand von Schautafeln und dem Friedhofslageplan erklärt.

Der ursprüngliche Friedhof befand sich in Golzheim. Dieser wurde 1887 geschlossen, da er belegt war. Für das neue Areal wurde ein Ideenwettbewerb ausgeschrieben. Diesen konnte der Gartenarchitekt Eduard Hoppe aus Berlin für sich entscheiden. Hoppes Grundidee belief sich auf ca. 15 ha Gelände. Hier fand die erste Beerdigung am 1.Mai 1884 statt. Dieses Areal ist auf dem Plan auch heute noch sehr gut zu erkennen. Dieser ist auf der letzten Seite abgebildet, inklusive Kennzeichnung der Führungsstrecke sowie gleichzeitig des historischen Teiles des Friedhofes.

Beginn an der eindrucksvollen Kapelle, vorbei am aufwändig gestalteten Hochkreuz, über den Millionenhügel (im weiteren Verlauf näher beschrieben) zum Ausgangspunkt zurück.Von dort aus entwickelte sich der Friedhof weiter und beläuft sich heute auf 70 ha. Er unterliegt heute gartenbaulichem Denkmalschutz. Es finden ca. 1400 Beerdigungen jährlich statt. Derzeit befinden sich 55000 Gräber auf dem Friedhof. Um den dort anfallenden Aufgaben, im kaufmännischen, wie im pflegerischen Instandhaltungsdienst, gerecht zu werden, werden in diesem Unternehmen heute 37 Angestellte beschäftigt. 

Es befinden sich 5 Mausoleen auf dem Friedhof, von denen einige in Privatbesitz übergehen und diese dann liebevoll restauriert und  zu Innenbesichtigungen  freigegeben werden.Ebenfalls der als „Millionenhügel“ bezeichnete Teil, der aufgrund einflussreicher Industriellenfamilien aufwändige Grabmale aufzuweisen hat. Hierzu gehören neuere besondere Kunstwerke genauso, wie alte sehr aufwändige künstlerische Figuren, die oft nach christlicher Grabkultur, gestaltet wurden.

Hier sind bekannte Düsseldorfer Namen von Verstorbenen zu lesen, wie z.B. Trinkhaus, Poensgen, Haniel, Zapp und andere (sh. auch Lageplan auf der letzten Seite). Es wurden oft 10 – 20 stellige Grabstellen für die ganze Familie erworben. Damit wundervolle Grabstätten nicht zerstört werden müssen, hat die Stadt Düsseldorf insgesamt 36 alte Grabanlagen als Ehrengräber übernommen. Diese werden von der Stadt instandgehalten und bepflanzt. Ferner besteht hier die Möglichkeit, alte ausgelaufene und ausgefallene Grabanlagen als Pate zu übernehmen. Auf diese Art und Weise bleiben auch diese Gräber erhalten. Teilweise wurden sie von Friedhofsgärtnern gekauft und als Gemeinschaftsgrabanlagen hergerichtet.

Weitere bekannte Persönlichkeiten, wie Dr. Mooren, Familie Piltz, Hanns Friedrichs, Dr. Löbbecke sowie Bürgermeister der Stadt Düsseldorf.

Ferner finden hier Führungen statt, für Erwachsene, Kindergärten, Thementage mit Musik, Illumination zu Allerheiligen und andere Events. Informationen hierzu über die Hompage des Nordfriedhofes: www.wo-sie-ruhen.de ersichtlich.

Ebenfalls ist die riesige Friedhofsanlage Lebensraum für heimische Tierarten, wie Hasen, Füchse, Käutze, Bussarde und einige, von heimischen Imkern angesiedelte Bienenvölker. Deren Honig kann in der Friedhofsverwaltung käuflich erworben werden.Landschaftlich ist der Friedhof sehr schön gestaltet. Auf ihm befinden sich 5086 Bäume, von denen 738 Bäume leider dem Sturm Ela 9/10. Juni 2014 zum Opfer gefallen sind. Zwischenzeitlich wurden einige mit Hilfe von Spenden wieder aufgeforstet. 

Veröffentlicht am 11. Juni 2018